Rasse und Landesrecht
Bullterrier, Haltung, Auflagen und typische Probleme
Bullterrier ist in Vorarlberg, Wien gelistet. Nicht gelistet ist die Rasse in Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol.
Geprüft am 12. September 2026
Wo ist Bullterrier gelistet, wo nicht?
| Bundesland | Listenhund | Regelung |
|---|---|---|
| Burgenland | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Kärnten | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Niederösterreich | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Oberösterreich | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Salzburg | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Steiermark | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Tirol | Nein | Nein. Der geprüfte RIS-Landestext führt den Bullterrier nicht in einer landesweiten Rasseliste. |
| Vorarlberg | Ja | Ja. Die Rasse wird in der Vorarlberger Kampfhundeverordnung genannt. |
| Wien | Ja | Ja. Die Rasse wird im Wiener Landesrecht als hundeführscheinpflichtiger Hund erfasst. |
Welche Probleme zeigt Bullterrier typischerweise?
Der Bullterrier ist eine Rasse mit einem starken Charakter und einer hohen Reizschwelle, was oft zu Missverständnissen führen kann. Ein häufiges Problem ist die Reaktivität gegenüber Artgenossen. Viele Bullterrier neigen dazu, andere Hunde zu ignorieren oder, wenn sie sich provoziert fühlen, sehr direkt und energisch zu reagieren. Dies kann von einem starren Fixieren über lautes Bellen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen reichen, besonders wenn sie nicht von klein auf eine umfassende und positive Sozialisierung erfahren haben. Ihre oft geringe Schmerzempfindlichkeit und ihr 'Einsteckvermögen' können dazu führen, dass sie in Konflikten schwer zu beeindrucken sind und lange durchhalten. Ein weiteres Thema ist der ausgeprägte Jagdtrieb. Obwohl sie keine klassischen Jagdhunde sind, haben viele Bullterrier einen starken Trieb, sich bewegenden Objekten, sei es Wild, Katzen oder sogar Fahrräder, hinterherzujagen. Dies erfordert ein sehr konsequentes Training des Rückrufs und eine sichere Leinenführung, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Ihre Sturheit, die oft als 'Dickkopf' beschrieben wird, kann die Erziehung erschweren. Sie sind intelligent, aber nicht immer bereit, Befehle sofort auszuführen, wenn sie den Sinn nicht erkennen oder gerade etwas Spannenderes im Blick haben. Das Ziehen an der Leine ist ebenfalls ein häufiges Problem, da ihre Kraft und ihr Eifer, die Welt zu erkunden, sie dazu verleiten können, den Menschen hinter sich herzuziehen. Ihre oft überschwängliche Begrüßung von Menschen kann, obwohl gut gemeint, aufgrund ihrer Größe und ihres Enthusiasmus als aufdringlich oder gar bedrohlich empfunden werden, besonders wenn sie hochspringen. Auch das Kauen und Zerstören von Gegenständen kann ein Problem sein, wenn sie nicht ausreichend geistig und körperlich ausgelastet sind oder unter Trennungsangst leiden.
Bullterrier fallen oft auf, weil sie eine sehr markante Erscheinung haben und leider oft mit Vorurteilen behaftet sind. Ihr kräftiger Körperbau, der eiförmige Kopf und ihr entschlossener Blick können bei Menschen, die die Rasse nicht kennen, Angst oder Misstrauen hervorrufen. Wenn ein Bullterrier dann in der Öffentlichkeit laut bellt, an der Leine zieht oder sich in einer Hundebegegnung steif macht, bestätigt das für viele leider die negativen Stereotypen. Ihre hohe Reizschwelle und ihre oft stoische Art können dazu führen, dass sie Signale von anderen Hunden oder Menschen ignorieren, was zu Missverständnissen und Eskalationen führen kann. Wenn sie dann doch reagieren, tun sie dies oft mit einer Intensität, die als aggressiv wahrgenommen wird, selbst wenn es sich um eine Verteidigungsreaktion handelt. Ihre überschwängliche Freude und ihr manchmal ungestümes Verhalten, zum Beispiel beim Begrüßen, können aufgrund ihrer Kraft und ihres Gewichts schnell als übergriffig oder bedrohlich empfunden werden, auch wenn keine böse Absicht dahintersteckt. Der starke Jagdtrieb, der sich in plötzlichem Losstürmen oder Fixieren äußert, wird oft als unkontrollierbar und gefährlich interpretiert. Die mangelnde Konsequenz in der Erziehung oder unzureichende Sozialisierung kann dazu führen, dass sie ihre Kraft und ihren Einfluss nicht richtig einschätzen und in sozialen Interaktionen unbeholfen oder zu dominant auftreten. Ihre oft geringe Schmerzempfindlichkeit kann dazu führen, dass sie in Konflikten länger durchhalten und sich schwerer beeindrucken lassen, was den Eindruck verstärkt, sie seien 'unerschrocken' oder 'gefährlich'.
Was braucht ein Bullterrier?
Ein Bullterrier braucht eine sehr konsequente, aber stets faire und positive Erziehung. Du musst von Anfang an klare Regeln aufstellen und diese auch konsequent durchsetzen, denn diese Rasse testet gerne Grenzen aus. Eine umfassende und positive Sozialisierung ist absolut entscheidend. Dein Bullterrier muss von Welpenalter an viele verschiedene Menschen, Hunde, Umgebungen und Geräusche kennenlernen, um zu einem souveränen und umweltverträglichen Begleiter heranzuwachsen. Besonderes Augenmerk solltest du auf die Leinenführigkeit legen. Angesichts ihrer Kraft und ihres Eifers ist es unerlässlich, dass sie lernt, entspannt an lockerer Leine zu gehen. Hier sind Geduld, positive Verstärkung und ein gut sitzendes Geschirr oder Halsband gefragt. Der ausgeprägte Jagdtrieb erfordert ein sehr zuverlässiges Rückruftraining und eine hohe Impulskontrolle. Du musst lernen, ihren Jagdtrieb in kontrollierte Bahnen zu lenken, zum Beispiel durch Suchspiele oder Beutespiele, die du kontrollierst. Geistige Auslastung ist für den intelligenten Bullterrier genauso wichtig wie körperliche Bewegung. Denkspiele, Tricktraining oder Fährtenarbeit können helfen, ihren Kopf zu fordern und Langeweile vorzubeugen, die sonst zu unerwünschtem Verhalten führen könnte. Du brauchst ein gutes Verständnis für ihre Körpersprache und musst lernen, ihre Signale richtig zu deuten, um Konflikte zu vermeiden und frühzeitig eingreifen zu können. Es ist wichtig, dass du ruhig und souverän bleibst, auch wenn dein Bullterrier stur ist oder herausforderndes Verhalten zeigt. Schreien oder körperliche Bestrafung sind kontraproduktiv und können das Vertrauen zerstören. Stattdessen solltest du auf Belohnung und positive Verstärkung setzen. Ein Bullterrier braucht einen Menschen, der bereit ist, viel Zeit und Energie in seine Erziehung und sein Training zu investieren, der seine Eigenheiten versteht und ihn als individuellen Charakter schätzt. Du musst bereit sein, dich für deinen Hund einzusetzen und eventuellen Vorurteilen entgegenzutreten.
Was kannst du tun, wenn es bereits Probleme gibt?
Wenn Verhalten kippt, braucht es zuerst eine klare Einschätzung von Hund, Halter und Alltag. Die Verhaltensanalyse liefert einen konkreten Fahrplan statt pauschaler Rassetipps.
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